Sonntag, 14. August 2016

Auf der Langstrecke mit einem 1-Jährigen

Dass im Sommer der große Flug nach Deutschland ansteht, wussten wir schon lange. Damit Benjamins erster Flug nicht gleich neun Stunden dauert, haben wir testweise vorab im Mai einen kleinen Inlandsflug nach Washington gemacht. Es hat alles gut geklappt, Ben hat über den Wolken friedlich geschlummert und auch das Starten und Landen war kein Problem für ihn. Entsprechend beruhigt sahen wir dem langen Flug entgegen. Auf einigen anderen Blogs habe ich gelesen, dass Langstreckenflüge mit kleinen Kindern "total easy" sind - solange die Vorbereitungen stimmen. (Das ganze untermalt mit Fotos von entspannten  und gut gelaunten Kids an Bord). Das motivierte natürlich zusätzlich und ich habe sämtliche Tipps berücksichtigt: Im Rucksack waren Lieblingsbücher, Lieblingssnacks,  das iPad, die Kuscheldecke und sogar ein neues Spielzeug.
Wer an das "total easy" glauben will, sollte jetzt besser nicht weiterlesen. Spielzeug? Bücher? Snacks? Ein Kinderfilm? Das hat Benjamin immer nur für wenige Minuten begeistert. Unser "Walker" wollte lieber das gesamte Flugzeug erkunden und hat sich mit ganzer Kraft und großem Gebrüll aus dem Sitz bzw. von unserem Schoß gedrückt. Blickkontakt mit den anderen Fluggästen? Den haben wir einfach mal komplett vermieden.
Natürlich haben wir versucht, ihn zwischenzeitlich immer wieder laufen zu lassen. Dummerweise wollte er das vor allem beim Starten, Landen, bei kleinen Turbulenzen und sobald der Servicewagen umherfuhr. Auch die grünen Lichter unterhalb der Sitze in der Business Class haben ihn magisch angezogen. Da gab es dann direkt Ärger mit einer besonders kinderfreundlichen und einfühlsamen Stewardess...
Chris und ich waren schon nach wenigen Minuten schweißgebadet. Der regelmäßige Blick auf die Ankunftszeit hat uns verzweifeln lassen: Oh prima, "nur" noch sieben Stunden... Immerhin war die Reise nach Deutschland ein Nachtflug und Ben hat irgendwann einige Stunden geschlafen. Umso mehr Angst hatten wir vor dem 9-Stunden-Rückflug, der tagsüber stattfand. (andere Verbindungen gab es leider nicht.) Vorsichtshalber haben wir beim Mittagsimbiss an Bord direkt Weißwein bestellt. Das beruhigte die Nerven. Abgesehen von zwei kurzen Schläfchen (ca. 40 Minuten) haben wir dann nonstop versucht, den Zwerg irgendwie bei Laune und das protestierende Schreien in Grenzen zu halten. Im Sitzen, beim Laufen, sogar gemeinsam auf den Boden hockend (wir hatten Plätze mit besonders viel Fußraum gewählt.)
Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir endlich an und werden im nächsten Jahr auf keinen Fall wieder nach Deutschland fliegen. :-) Wir erobern nach der guten Erfahrung im Flug nach Washington lieber mit kurzen Inlandsflügen weitere Ecken der USA. Der nächste Trip für Oktober ist schon gebucht. 







Kommentare:

  1. Ohje, das hört sich ja turbulent an :) Aber ihr habt es geschafft. Ich finde einen Langstreckenflug ja schon schrecklich, wie soll es da einem Kleinkind gehen?!
    Liebe Grüße
    Steffi
    https://ohwunderland.wordpress.com

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    1. Genau deshalb machen wir es jetzt auch erst einmal nicht mehr. Vielleicht können wir Ben in zwei Jahren mit dem TV- und Film-Programm begeistern. Bis dahin bleiben wir bei Kurzstrecken. :-)

      LG zurück nach Deutschland

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  2. Puh! Ich war ja schon vor unserem ersten Kurzstrecken-Flug mit Jonte super nervös. Zum Glück hat alles geklappt, aber auch nur, weil er super müde war. Wach wollte er unter die Sitze klettern oder den Mann vor uns am Hemd ziehen.... Unser erster Langstreckenflug steht wahrscheinlich Ende des Jahres an... Ich bin gespannt ;)

    Herzliche Grüße, Frauke von
    ekulele

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    1. Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass bei Euch die Langstrecke reibungsloser verläuft. Wenn nicht: Denk' an den Weißwein! Das beruhigt. :-)
      Lieben Gruß

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