Sonntag, 4. September 2016

Und plötzlich war der Strom weg...

Am Freitag hatten wir Hermine zu Gast, anfangs als Hurrikan (Kategorie 1) bezeichnet, dann zum tropical storm herabgestuft. Das kann in der Hurrikan-Saison von Juni bis November schon mal vorkommen, wie wir bereits im letzten Jahr festgestellt haben (damals wurden Teile von Charleston überflutet, hier und hier der Link zu meinen Berichten). Seither wissen wir, dass jedem Bewohner für solche Situationen eigentlich ein disaster supply kit empfohlen wird, das unter anderem aus ausreichend Wasser, Wechselklamotten, Taschenlampen, Batterien, einem Radio und haltbarem Essen besteht. Da man sich ja nur ungern mit Katastrophenfällen befasst, haben wir die Hinweise bislang ignoriert. Getreu dem Motto: Wird schon nichts passieren.
Als klar war, dass wegen Hermine am Freitag vorsichtshalber alle Schulen geschlossen wurden und die Stadt aus Angst vor Überflutungen Sandsäcke verteilte, habe ich beim Einkaufen zumindest mal zwei Kanister Wasser besorgt (sonst trinken wir Leitungswasser). Dabei war ich nicht die einzige, wie der Blick ins teils leere Supermarktregal zeigte. Um vor dem nachmittäglichen Sturm in Sicherheit zu sein, hat Chris' Firma alle Mitarbeiter wesentlich früher nach Hause geschickt. Und dort saßen wir dann gegen 15 Uhr am heimischen Tisch mit einem dampfenden Topf Pasta auf dem Tisch, als plötzlich das Licht und die Klimaanlage ausgingen. Stromausfall. Nur die Handys funktionierten noch: "Hermine is here", postet in diesem Moment die Zeitung auf dem Smartphone. Ach was. Wir haben das Wetterschauspiel dann unter unserem Terrassendach verfolgt, dabei Melonen gegessen und die frische Brise genossen. Der Sturm war halb so wild, die befürchteten Tornados blieben aus und am frühen Abend waren wir schon wieder vor der Tür auf "Erkundungstour": Es sah hier und da etwas wüst aus, viele Äste waren abgebrochen und lagen auf dem Boden. Die Schäden hielten sich aber in der ganzen Region in Grenzen.
Dummerweise wollte der Strom aber nicht wiederkommen. Die netten Angebote von Freunden, die Nacht bei ihnen zu verbringen, haben wir abgelehnt. Die Vorstellung eines gemütlichen Abends nur bei Kerzenschein schien verlockend, war dann aber doch eine Schnapsidee: Ein brennendes Kerzenmeer und ein neugieriges Kleinkind? Lieber nicht. Außerdem gab es in unserem Haushalt gar nicht genug Kerzen, um für ausreichend Licht zu sorgen. Also ist Chris noch mal losgebraust und hat im Supermarkt zahlreiche Batterien, eine zweite Taschenlampe, LED-Leuchten und noch mehr Kerzen besorgt. So kam endlich Licht ins Dunkel und wir konnten es uns zu dritt im Bett gemütlich machen und (Bilder-)Bücher (vor)lesen.
Mitten in der Nacht (nach 13 Stunden Stromausfall) gingen dann gegen 4 Uhr das Licht und die Klimaanlage wieder an. Große Erleichterung: So war der frische Kaffee am nächsten Morgen gesichert. 








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